Ich bin in Denver, Colorado, geboren und aufgewachsen und habe 2003 am Metropolitan State College of Denver einen Bachelor of Science in Technical Communications und Film + Media Arts abgeschlossen. Irgendwo zwischen Kurzfilmschnitt und dem Versuch, Informatiker zu werden, wechselte ich im Nebenfach zu Deutsch. Diese kleine Entscheidung führte mich schließlich nach Berlin.
Nach dem College machte ich meine letzten Scheine am Goethe-Institut in Berlin. Statt nach Colorado zurückzugehen, geriet ich in ein Schauspielerkollektiv und blieb. Damals sollte eine Verfilmung von Tschechows Die Möwe in einer ehemaligen Stasi-Bungalowanlage entstehen. Mit Mac-Laptop und Final Cut Pro unterm Arm schnitt, couchsurfte und arbeitete ich sechs Monate mit dem österreichischen Regisseur Gilbert Beronneau. Daraus entstand das nächste Projekt: Lunik, ein Film über utopische Besetzer in Eisenhüttenstadt, gefördert vom Medienboard Berlin-Brandenburg.
Das folgende Jahrzehnt wurde mein Crashkurs im europäischen Filmemachen. Ich schnitt Independent-Filme und arbeitete als Schnittassistent an Babelsberg-Produktionen wie The Reader, Pandorum, Hanna und Renegades. Dabei lernte ich, kreatives Erzählen mit den technischen Anforderungen großer Studio-Produktionen zu verbinden.
Eines meiner persönlichsten Projekte war Love Songs for Scumbags, das ich mit meinem langjährigen Freund Phillip Duncan, einem Underground-Folk-Künstler aus Denver, produzierte und schnitt. Der Film wurde nur wenige Wochen vor Phillips Tod fertiggestellt und prägt bis heute, wie und warum ich arbeite.
Seitdem schneide ich weiterhin quer durch Genres: von Christian Froschs Von jetzt an kein zurück, für den ich für den Preis der deutschen Filmkritik in der Kategorie Bester Schnitt nominiert wurde, bis zur Amazon-Serie Der Lack ist ab von Kai Wiesinger.
Nach über zwanzig Jahren glaube ich noch immer, dass Montage mehr ist als das Schneiden von Material. Es geht darum, Rhythmus zu finden, Emotionen zu formen und manchmal zu wissen, wann man einer starken Szene einfach Platz lässt.
